U11 empfängt Nationalspieler im Amputierten-Fußball

U11 empfängt Nationalspieler im Amputierten-Fußball

Nachwuchsschängel trainierten gemeinsam mit Christian Heintz

Für die Spieler der U11 stand vergangene Woche eine besondere Trainingseinheit auf dem Programm. Mit Christian Heintz trafen die Schängel auf den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft im Amputierten-Fußball. Heintz wurde aufgrund eines Autounfalls der rechte Unterschenkel amputiert. Seitdem eifert er seiner großen Leidenschaft auf Krücken nach, reist rund um die Welt, inspiriert dadurch viele Menschen und führt seine Jungs aus der Nationalmannschaft als Kapitän aufs Spielfeld.
Heintz wohnt in der Nähe von Hoffenheim und ist Mitarbeiter von „Anpfiff ins Leben e.V.“. Mit dem Modellprojekt „Amputierten-Fußball im Verein: Mittendrin statt nur am Rand“ ist er zusammen mit seinem Arbeitgeber bundesweiter Vorreiter zur Entwicklung und Etablierung des Amputierten-Fußballs in Deutschland. Die „Aktion Mensch Stiftung“ fördert dieses Projekt für die kommenden fünf Jahre.
Voller Vorfreude erwarteten alle Beteiligten den Trainingstermin. Im Vorfeld wurde bereits viel zwischen Heintz, den Trainern und dem Verein kommuniziert und organisiert. Eigentlich sollte es nur eine Trainingseinheit der etwas anderen Art werden, doch mit der Zeit entwickelte es sich zu einer größeren Sache. Am Ende kamen Vertreter des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbands (BSV), lokaler Zeitungen, interessierte Eltern und Vertreter des Vereins zu dieser besonderen Trainingseinheit. Das zeigt wiederum, wie einfach und gleichzeitig toll es ist, Menschen im und durch Sport zu verbinden. Ganz im Sinne des Themas „Inklusion im und durch Sport“.
Ziel war es einerseits, den Jungs im Zuge des normalen Trainings eine ganz neue Perspektive des Sports zu ermöglichen, andererseits sollten alle Beteiligten auch auf der sozialen Ebene viel vom Training mitnehmen. Direkt zu Beginn hatten beide Seiten keine Scheu voreinander. Die jungen Schängel sahen Heintz und die Krücken und wollten sofort den ersten Selbsttest machen. Er überreichte jedem ein Paar davon und gab Instruktionen. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellungsrunde löcherten sie ihn zunächst mit Fragen aller Art, die er auch beantwortete, was wiederum zu einer sehr entspannten Atmosphäre beitrug. Dann ging es endlich los: Aufwärmen, Übungsformen und Wettkampfformen im Wechsel mit und ohne Krücken, damit die Jungs als auch die Trainer beide Seiten vergleichen konnten. Quasi ein ganz normales Training – nur eben auf Krücken. Die Besonderheit: Jeder kickte nur mit einem Bein.
Dribbling, passen, laufen und schießen wurde ausprobiert. Heintz vermittelte alles mit viel Spaß und Authentizität und erklärte, worauf es bei der jeweiligen Übung ankam. Anfangs sah alles noch etwas unbeholfen aus, aber nach einiger Zeit kamen alle in Schwung, machten eine super Figur und es gab Lob vom Nationalspieler. Die Spieler der U11 kamen in den 90 Minuten richtig ins Schwitzen und man sah ihnen teils die ungewohnte Schwierigkeit im Gesicht an, als dann doch die Krücken im Weg standen, wenn der Ball geschossen werden sollte oder als der Ball schneller und schneller als sonst an einem vorbei rollte, man diesen aber erreichen wollte. Zum Schluss kickte Heintz noch im Abschlussspiel mit und kam selbst ins Schwitzen.
Fazit: Es war eine besondere Trainingseinheit für alle Beteiligten. Christian Heintz konnte der U11 als auch allen Zuschauern nicht nur „seinen Sport“ näher bringen, sondern im sozialen Miteinander den Jungs vieles mit auf den Weg geben. Werte wie Respekt, Rücksicht, gemeinsam Spaß und keine Scheu vor Unbekanntem haben waren hierbei grundlegende Elemente. Auch im Bereich des inklusiven Sports, in dem der Nationalspieler viel unterwegs ist, hat sich mit dieser Trainingseinheit ein Stück getan und hoffentlich hat er weiterhin so viel Erfolg damit. Zu wünschen ist es ihm und seinen Arbeitskollegen.
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