Mentalitätsmonster drehen das Spiel: Herzschlag-Drama auf dem Oberwerth

Mentalitätsmonster drehen das Spiel: Herzschlag-Drama auf dem Oberwerth

Furiose Schlussphase beim 2:1-Heimsieg gegen Röchling Völklingen (Foto: Mark Dieler)

Es sind diese Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Geschichten von Emotionen, die durch ein einziges Tor hervorgerufen werden. Geschichten von späten Dramen, die sich auf dem Platz abspielen. Und genau ein solches späte Fußballdrama erlebten die 950 Zuschauer beim 2:1 (0:1)-Heimsieg der TuS Koblenz über den SV Röchling Völklingen. An einem epischen Nachmittag, der allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Wohl kein Drehbuchautor hätte die 90 Minuten auf dem Oberwerth besser inszenieren können. Sie standen sinnbildlich dafür, was jeder Schängel in seinem „TuS-Leben“ früher oder später einmal durchleben wird. Er wird Rückschläge hinnehmen müssen – wie etwa das 0:1 durch den Völklinger Jordan Steiner (28.). Aber er wird auch wieder aufstehen – siehe der Kopfballtreffer von Felix Käfferbitz zum 1:1-Ausgleich (84.). Und ja, mit dem Glück des Tüchtigen sowie unbändigem Siegeswillen wird er ab und an auch ein spätes Comeback feiern – der Strahl von Tobias Jost in der Nachspielzeit lässt an dieser Stelle grüßen.

Die 90 Minuten auf dem Oberwerth standen aber auch sinnbildlich für den neuen Jugendstil der TuS Koblenz unter Cheftrainer Anel Dzaka, der den jungen Wilden das Vertrauen geschenkt hat. Und so war es am Ende auch wenig verwunderlich, dass ausgerechnet zwei A-Jugendliche am späten Drama maßgeblich beteiligt waren. Erst Marc Richter mit der Vorlage zum 1:1, dann Jost mit dem finalen Akt.

Doch nur allein mit jugendlicher Unbekümmertheit geht es natürlich auch nicht. Es braucht auch ein paar erfahrene Führungsspieler. Routiniers, die vorangehen und die Richtung vorgeben – und es braucht einen sicheren Rückhalt.

Ein solcher war Dieter Paucken. Als Völklingen dem zweiten Treffer und damit der Vorentscheidung nahe war, zeigte der TuS-Keeper sein ganzes Können zwischen den Pfosten. Er wehrte die Schüsse von Marcel Linn (33.) und Fabian Scheffer (37., 55.) ab – und ebnete damit den Weg für ein furioses Finale.

Ein furioses Finale, das nicht von ungefähr kam. Seit dem ersten Tag hatte Dzaka seinen Spielern den „Immer weiter“-Gedanken eingeimpft – und genau diese Siegermentalität der Schängel machte am Ende auch den Unterschied. Schon vor dem Ausgleich kam die TuS durch Jost (69.) und Hakeem Araba (83.) zu zwei guten Gelegenheiten. Das 1:1 durch Käfferbitz leitete die Wende dann endgültig ein. Die Schängel schnürten die Gäste nun immer weiter ein – bis zum vielumjubelten Siegtreffer von Jost. Und dann war sie auch schon geschrieben – die Geschichte von Emotionen, die durch ein einziges Tor hervorgerufen werden. Die Geschichte von einem späten Drama. Die Geschichte von einem epischen Fußballnachmittag auf dem Oberwerth.



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