TuS Koblenz trauert um Hans-Adolf „Adi“ Weis

TuS Koblenz trauert um Hans-Adolf „Adi“ Weis

„Adi" Weis (zweiter von links), 1961 einer von vier Neuzugängen der TuS. Links Werner Hölzenbein, rechts Werner Jäger und Jochen Schmitz

Die TuS Koblenz trauert um Hans-Adolf „Adi“ Weis, der am 14. September, vier Tage vor seinem 78. Geburtstag, verstarb. Weis bestritt 152 Pflichtspiele und erzielte in dieser Zeit 78 Tore. Mit ihm geht einer der erfolgreichsten Akteure aus der goldenen Ära der TuS in den Sechzigern.

Ganz oben in seiner persönlichen Erinnerung bleibt eines seiner Jugendländerspiele im Londener Wembley-Stadion. Er konnte es selbst kaum glauben: Da stand er, „Adi“ Weis, mit seinen 15 Jahren im Zentrum der Fußballwelt und 95.000 Zuschauer wollten die gleich beginnende Begegnung verfolgen. Es waren aber nicht die beiden Top-Auswahlteams der einstigen Kriegsgegner, sondern die Schülernationalmannschaften aus England und Deutschland, die sich hier gegenüberstanden. Erstmals hatte England einen Gegner vom Kontinent zu diesem Jugendvergleich eingeladen und erstmals wurde dieses Spiel auch im „Gotteshaus des englischen Fußballs", in Wembley, ausgetragen. Und ein „Kowelenzer Schängel“ war live dabei. Mit 0:2 unterlag das deutsche Team, in dem übrigens mit Wolfgang Overath ein späterer Weltmeister von 1974 mitwirkte. Doch das Ergebnis war zweitrangig: Zu beeindruckend waren die Momente vor einer solchen Kulisse spielen zu dürfen. Wenige Monate später beim Rückspiel in Essen, wo der TuS-Nachwuchskicker ebenfalls dabei war und einen Treffer zum 4:0 Erfolg beitragen konnte, kamen „nur“ 40.000.

1951 hatte Weis in Lützel erstmals gegen das runde Leder getreten. Und das ganz brauchbar, denn bereits zwei Jahre später entdeckte die TuS den talentierten Angreifer für sich. So durchlief der gelernte Stürmer alle Nachwuchsteams, um 1961 zu den Vertragsspielern zu stoßen.

„Gleich in der ersten Begegnung hatte ich es mit Weltmeister Werner Liebrich zu tun“, schwärmte der Angreifer oft. Große Namen schienen ihn aber nicht zu beeindrucken, im Gegenteil. Gegen den FCK traf „Adi“ zweimal und hatte somit maßgeblichen Anteil am 5:1-Sieg gegen die Roten Teufel. Insgesamt traf der „Frischling“ siebzehnmal in dieser Saison und damit wurde er in der jungen Mannschaft Torschützenkönig.

Große Namen waren in den Sechzigern des Öfteren zu Gast: „Es gab viele tolle Spiele am Oberwerth. Die Löwen mit Radenkovic, die Bayern mit Beckenbauer oder auch die japanische Nationalmannschaft waren hier zu Gast“, schwärmte Weis von tollen Fußballtagen am Zusammenfluss von Rhein und Mosel. In den folgenden Jahren entwickelte sich Hans-Adolf Weis zu einer festen Größe am Deutschen Eck. Erst als ihn 1969 ein zweiter Herzinfarkt überraschte, den ersten hatte er bereits fünf Jahre zuvor, beendete er seine Vertragsspielerlaufbahn.

Nach seiner Genesung startete der zweifache Vater nochmals beim VfB Lützel als Spielertrainer. Vier Jahre Rheinlandliga und ein Rheinlandpokalsieg stehen hier in seiner Erfolgsliste. Weitere Stationen waren der SC Moselweiß und auch die TuS Neuendorf 1982, die er in die Kreisliga A führte.

Die TuS Koblenz verabschiedet sich in stillem Andenken von einem ganz besonderen Schängel.

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