Stellungnahme

Stellungnahme

Die TuS Koblenz äußert sich zu den Pokalplänen

Der Fußballverband Rheinland (FVR) hat in einer, am gestrigen Mittwoch einberufenen, Videokonferenz den verbliebenen Vereinen im Bitburger Rheinlandpokal einen Vorschlag unterbreitet: Demnach sollen der klassenhöchste Verein (Rot-Weiß Koblenz/Regionalliga Südwest) und der Tabellenführer der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar (SV Eintracht Trier) ein Pokalfinale ausspielen, um so den Teilnehmer an der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals zu ermitteln.

Die TuS Koblenz wird diese Entscheidung des Verbands nicht hinnehmen.

Insbesondere die Tatsache, dass sich der FVR mit den beiden beteiligten Vereinen im Vorfeld der gestrigen Videokonferenz bereits auf dieses Szenario geeinigt und die verbliebenen Vereine somit vor vollendete Tatsachen gestellt wurden, ist vollkommen inakzeptabel. Auch wenn zumindest pro forma „noch keine Entscheidung gefallen ist“, ist es nicht hinnehmbar, dass der Fußballverband hinter dem Rücken aller anderen Vereine Fakten schafft.

Fraglich ist zudem, ob die Spielordnung sowie die Teilnahmevereinbarung am Bitburger Rheinlandpokal dem Verband das Recht einräumen, Finalisten zu bestimmen. Nach Auffassung der TuS Koblenz ist das nicht der Fall. Die Teilnahmevereinbarung sieht gemäß § 8 ausdrücklich vor, dass der Verband Halbfinalspiele möglich machen muss. Diese Vereinbarung wurde im August 2020 von allen Vereinen sowie dem FVR unterschrieben. Dass der Verband, mitten in einer Pandemie und unmittelbar vor der sogenannten „zweiten Welle“ keine Regelung getroffen hat, wie im Falle der jetzigen Situation zu verfahren ist, darf zudem als grob fahrlässig bezeichnet werden. Wir widersprechen ausdrücklich der Darstellung des Verbands, dass man „nicht wusste“ dass die Coronapandemie solche Auswirkungen haben würde. Bis zuletzt hat der Fußballverband, trotz aller Warnungen, an einem Spielbetrieb im Rheinlandpokal festgehalten und bereits Spiele ab dem 13.05. vorgesehen. Zuletzt wurde seitens des FVR noch am 26.03. mit Spielen geplant, wohl wissend, dass die Fallzahlen tendenziell steigen.

Dass aber nun sogar die eigene Vereinbarung ignoriert und mit dem SV Eintracht Trier ein Verein benannt wird, der in der selben Spielklasse spielt, im selben Bundesland ansässig ist und den selben Regeln, die Pandemie betreffend, unterliegt wie die TuS Koblenz, ist so nicht zu akzeptieren. Dass der Tabellenstand der abgebrochenen Oberligasaison als Entscheidungskriterium dient, ist ebenfalls vollkommen inakzeptabel. Bei der Meisterschaftsrunde und dem Rheinlandpokal handelt es sich um zwei völlig verschiedene Wettbewerbe. Zudem hat Eintracht Trier in der abgebrochenen Saison bislang nur 8 Spiele absolviert, während der FV Engers beispielsweise nur 6 Spiele absolvieren konnte. Diese Momentaufnahme als Entscheidungskriterium für solch eine weitreichende Entscheidung heranzuziehen ist aus unserer Sicht, nicht zuletzt aufgrund der verschiedenen Wettbewerbe, nicht vertretbar und widerspricht dem Fairnessgedanken ganz massiv. Der FVR hat selber eingeräumt, dass auch andere Entscheidungskriterien denkbar wären. Beispielhaft sei hier erwähnt, dass man auch den Vorjahressieger melden könnte, eine 10-Jahreswertung zugrunde legen oder den Sieger auslosen könnte. Für die nun getroffene Entscheidung gibt es aus der Sicht der TuS Koblenz jedoch keinerlei Grundlage, sie ist die denkbar schlechteste aller möglichen Varianten.

Darüber hinaus wurde den teilnehmenden Vereinen in einem Nebensatz eröffnet, dass es keine Liveübertragung in der ARD geben wird. Das verwundet uns umso mehr, als dass bisher das Hauptargument für eine Durchführung zu dem festgelegten Datum war, dass die ARD aufgrund anderer sportlicher Großereignisse keine anderen Termine zur Verfügung stellen kann.

Darüber hinaus interpretiert nicht nur die TuS Koblenz den Rheinlandpokal als Pokalwettbewerb der Amateurvereine: Der Titel dieses Tages lautet explizit „Finaltag der Amateure“ und nicht „Finaltag der Profimannschaften“. Dass hier, in einer Entscheidung im Hinterzimmer, die klassenhöchsten Vereine ausgesucht wurden, steht in einem eklatanten Widerspruch zur Idee des Pokalwettbewerbs. Gerade im Pokal gelingt klassentieferen Vereinen oftmals eine Überraschung. Wer weiß das besser als wir?! Die Kleinen können die Großen ärgern, denn der Pokal hat seine eigenen Gesetze.

Für die Verteilung der Einnahmen gilt: Dass ausgerechnet die finanziell besser ausgestatteten Vereine von dieser Entscheidung profitieren sollen, steht im Widerspruch zum Solidaritätsgedanken. Auch hier haben die beiden Vereine, zusammen mit dem FVR, bereits Fakten geschaffen und wollen die Vereine mit einer vergleichsweise kleinen Summe „abspeisen“.

Irritiert zeigt sich die TuS Koblenz auch über die Tatsache, dass unmittelbar nach einer kontrovers und emotional geführten Videokonferenz eine Meldung des FVR in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde. Trotz der massiven Kritik, nur wenige Minuten zuvor, veröffentlicht der Verband eine Meldung, in der diese Planungen konkret benannt werden und sucht aktiv die Öffentlichkeit. Anstatt in den propagierten „Dialog“ mit den Vereinen zu treten und die geäußerte Kritik ernst zu nehmen, wird hier versucht, eine öffentliche Diskussion zu entfachen. Das entspricht nicht unserem Verständnis einer geeigneten Zusammenarbeit.

Die TuS Koblenz fordert daher:

Der FVR muss sich, wenn die Ermittlung des Pokalsiegers sportlich erfolgen soll, an die eigene Vereinbarung halten und mindestens zwei Halbfinalspiele vor einem Finale ermöglichen. Sollte dies nicht möglich sein, dürfen die Teilnehmer des Finalspiels nicht bestimmt werden sondern müssen, unter Berücksichtigung der Klassenzugehörigkeit, unter allen Vereinen ausgelost werden. Sollte auch ein Finalspiel nicht möglich sein, ist ebenfalls das Losverfahren anzuwenden um den Pokalsieger zu ermitteln.

Der „Gewinner“ des Rheinlandpokal sollte verpflichtet werden, alle Gewinne aus der Teilnahme am DFB-Pokal solidarisch und zu gleichen Teilen mit allen anderen im Wettbewerb verbliebenen Vereinen zu teilen. Dies gilt unserem Verständnis nach durch alle möglichen Pokalrunden.

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